Die deutsche Nationalhymne

Bei besonderen staatlichen Ereignissen wird die Nationalhymne des Landes gespielt, etwa bei einem Staatsempfang, einem Regierungswechsel oder auch bei großen Sportereignissen wie Länderspielen.

Nationalhymnen im heutigen Sinne gibt es ungefähr seit dem 19. Jahrhundert; die französische “Marseillaise” rührt aus der französischen Revolution, 1792 wurde sie als Kriegslied komponiert. Auch das US-Amerikanische “Star-Spangled Banner” von 1814 war ursprünglich ein Kriegslied, geschrieben am Ende des Britisch-Amerikanischen Krieges. Das “Lied der Deutschen” hingegen ist kein Kriegslied. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es keinen einheitlichen deutschen Staat. Deutschland zerfiel nach dem restaurativen Wiener Kongress 1815 in viele Königreiche, Großherzogtümer, Herzogtümer, Fürstentümer und freie Reichsstädte, ohne einheitliches politisches System, Währung oder gar einem gemeinsamen Staatsoberhaupt.


Der Wunsch nach einem Staat und die Entstehung der Hymne

Heute bringen viele Deutsche Ihre Hymne mit Fußballspielen der Deutschen Nationalmannschaft in Verbindung

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Der Wunsch nach einem Staat, der alle deutschsprachigen Länder umfasst war aber vorhanden, das Wartburgfest 1817 und das Hambacher Fest 1832 drückten das aus. 1841 hat der Hochschullehrer, Demokrat und “Freisinnige” Heinrich Hoffmann, der sich nach seiner Geburtsstadt den Namenszusatz “von Fallersleben” (heute ein Stadtteil von Wolfsburg) gab, seinen tiefen Wunsch nach einem einigen Vaterland Ausdruck gegeben, in dem er das “Lied der Deutschen” komponierte. Noch weit weg von einer Nationalhymne, denn ein Einheitsstaat war zu dieser Zeit utopisch.

Komponiert auf dem damals britischen Helgoland bekam die spätere Nationalhymne die Melodie der österreichischen Kaiserhymne. Erstmals gespielt wurde sie bereits im Jahr ihrer Entstehung in Hamburg. Abgedruckt und veröffentlicht in vielen Musik- und Liederheften war sie lange Zeit ein patriotisches Lied von vielen. Von Fallersleben hat sie kein Glück gebracht, als “Aufrührer” verlor er nicht nur seine Professur, sondern auch seine preußische Staatsbürgerschaft.

Die Deutsche Nationalhymne

Die Deutsche Nationalhymne

Fast jeder der vielen deutschen Einzelstaaten im restaurativen “Deutschen Bund”, einem losen Fürstenbündnis, hatte eine eigene Nationalhymne. Beliebt war es, die Melodie der britischen Königshymne “God save the King (heute Queen)” mit einem deutschen Text zu versehen und als Nationalhymne zu nutzen. Daran änderte auch die Reichsgründung von 1871 nichts, es gab vorerst keine Nationalhymne. Bei offiziellen Anlässen wurde “Heil dir im Siegerkranz” gespielt – natürlich zur Melodie von “God save the King”. Im Volk beliebt war auch “Die Wacht am Rhein” von 1840 – mit eigener Melodie.

Verbot und Veränderung des Liedes

Nach dem verlorenen Krieg 1918 wurde das „Lied der Deutschen“ erst einmal verboten. Der sozialdemokratische erste Reichspräsident Friedrich Ebert erhob es aber am 11. August 1922 per Erlass zur offiziellen deutschen Nationalhymne. Die Nationalsozialisten haben die zweite und dritte Strophe wegen ihrer „romantischen“ und „demokratisch-liberaler“ Textur ab 1933 gestrichen und sangen nur noch die erste Strophe. Die war allerdings nur eine Einleitung für das „Horst-Wessel-Lied“, ab 1940 wurde diese Reihenfolge sogar offiziell.

Auch nach dem zweiten Weltkrieg wurde das „Lied der Deutschen“ verboten, die ersten Jahre gab es keine Nationalhymne. Ab 1949/50 wurde in der neu gegründeten DDR „Auferstanden aus Ruinen“ zur Nationalhymne erklärt. Dir dritte Strophe des „Liedes der Deutschen“ ist in der BRD ebenfalls 1949 und 1990 für das wiedervereinte Deutschland erneut zur Hymne erhoben worden.

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