Das Lied der Deutschen

Das “Lied der Deutschen” wurde 1841 von August Heinrich Hoffmann, bekannt als Hoffmann von Fallersleben (“von Fallersleben” rührt von seiner Heimatstadt her, heute ein Stadtteil von Wolfsburg, Niedersachsen), geschrieben. Er war ein “Freisinniger” und Demokrat, der in dem patriotischen Lied seinen tiefen Wunsch nach einem einigen Vaterland zum Ausdruck brachte. Bis zur Reichsgründung 1871 gab es keinen einheitlichen Staat, das Land war zersplittert in viele Klein- und Kleinststaaten. Lediglich mit dem “Deutschen Bund” gab es ein loses Bündnis, das aber nur der Restauration der alten Fürstenmacht diente. Die nach Einheit strebenden liberal-demokratischen Kräfte wurden gewaltsam unterdrückt.


1. Strophe
D-land, D-land über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält,
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
D-land, D-land über alles,
Über alles in der Welt!

Der Text sorgte bereits bei seiner Veröffentlichung für Irritationen. Augenscheinlich von imperialistischer und hochmütiger Gesinnung zeigt es doch nur den Wunsch, alle deutschsprachigen Lande zu vereinen. Die Idee, die Grenzen durch Flüsse zu beschreiben, ist dem berühmten Minnesänger Walther von der Vogelweide entliehen:

· im Westen fließt die Maas durch das Herzogtum Limburg, das seinerzeit zum Bund gehörte (heute Niederlande)

· im Osten die Memel entlang des damals deutsch-baltischen Mischgebietes, dem Übergang zum Baltikum

· im Norden der Kleine Belt durch die Herzogtümer Holstein und Schleswig, beide teilweise deutschsprachig, aber unter dänischer Hoheit stehend

· im Süden die Etsch durch Südtirol, damals wie heute deutschsprachig

2. Strophe
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
deutscher Wein und deutscher Sang,
sollen in der Welt behalten ihren alten
schönen Klang.
Uns zu edler Tat begeistern unser ganzes
Leben lang.
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
deutscher Wein und deutscher Sang.

Hier ist ein Hinweis auf die unerfüllten Liebe des Verfassers. Auch wird in diesen Zeilen deutlich, dass das Lied unter anderem als Trinklied gedacht war.

3. Strophe
Einigkeit und Recht und Freiheit für
das deutsche Vaterland,
danach lasst uns alle streben brüderlich mit
Herz und Hand.
Einigkeit und Recht und Freiheit sind
des Glückes Unterpfand.
Blüh’ im Glanze dieses Glückes, blühe
deutsches Vaterland!

Die französische Revolution beeinflusste nicht nur die deutsche Flagge, sondern auch die deutsche Hymne

Die französische Revolution beeinflusste nicht nur die deutsche Flagge, sondern auch die deutsche Hymne

Angelehnt an den Ruf „liberté, égalité, fraternité“ (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) der französischen Revolution wird das streben nach Selbstbestimmung und politischer Freiheit deutlich.

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